Leo: Funde aus der Römerzeit – Baustelle wird teurer

23 Januar 2017,   By ,   0 Comments

Baden-Baden (23.01.2017). Erster Bürgermeister Alexander Uhlig informierte in einem Pressegespräch zur Leo-Baustelle: Archäologen entdeckten Mauern und Keramikscherben aus der Römerzeit. Gleichzeitig gab Uhlig bekannt, dass sich die Baukosten um fast zwei Millionen Euro erhöhren.

Im September 2015 hat der Gemeinderat die Baumaßnahme am Leo nach einer Grobkostenschätzung von 4,8 Millionen Euro beschlossen. Nach einem Kassensturz müsse man nun von 6,7 Millionen Euro ausgehen, so Baudezernent Alexander Uhlig. Dass die Kosten einer so komplexen Baustelle deutlich über den Planungen lägen, sei nicht ungewöhnlich.

Kostenstgeigerung durch veränderte Planungen

Bereits im September letzten Jahres standen die Ergebnisse der städtischen Ausschreibung fest, damals noch in der Amtszeit von Uhligs Vorgänger, Werner Hirth. Lediglich zwei Firmen gaben ein Angebot ab – mit einem Kostenunterschied von 700.000 Euro. Das günstigere Unternehmen, das den Zuschlag erhielt, lag bereits eine Million Euro über der Kostenschätzung der Stadt. Weitere Kostensteigerungen ergaben sich durch veränderte Planungen: Die Bushaltestelle in der Luisenstraße in Richtung Merkur/Murgtal wird erneuert und der Kiosk auf dem Platz konnte nicht erhalten werden. Hinzu kommen bislang nicht vorgesehene Leitungsarbeiten unter dem Platz.

„Wir hätten früher kommunizieren müssen“, unterstreicht Uhlig in Bezug auf die Informationspolitik und verspricht: „Ein weiter so kann es nicht geben.“ Künftig wird in jeder Bauausschusssitzung über den Stand der Leo-Baustelle und aller laufenden größeren Baumaßnahmen informiert. Durch die Kostensteigerung ist nicht davon auszugehen, dass andere geplante Bauprojekte zurückgestellt werden müssen.

Durch archäologische Ausgrabung entstehende Kosten vergleichsweise gering

Unterhalb einer bereits entdeckten Mauer aus dem Mittelalter, die außerhalb des historischen Stadtgrabens verlief, wurden jetzt Mauerreste aus der Römerzeit entdeckt, gab Martin Strotz vom Landesamt für Denkmalpfelge bekannt. Einige gefundene Scherben, lassen sich auf das zweite oder dritte Jahrhundert datieren und sind somit der Römerzeit zuzuordnen.

Die durch die archäologischen Ausgrabungen entlang der römischen Funde entstehenden Mehrkosten fallen im Vergleich dazu gering aus. „Die Arbeiten dürften 50.000 Euro, wahrscheinlich sogar deutlich weniger kosten“, so Achim Wendt vom beauftragten Büro für Bauforschung. Aufgrund der Ausgrabungen sei nur mit einer geringen Zeitverzögerung zu rechnen. Die Stadt verlegt die Bauarbeiten auf dem Leo in Bereiche, die für die Archäologen unwichtig sind. Wegen der Kälte ruht die Leo-Baustelle derzeit ohnehin. Nur die Archäologen arbeiten weiter.

Funde werden römisches Bild Baden-Badens weiter klären

Heike Kronenwett, Leiterin des Stadtmuseums, freut sich: Durch die Funde werde sich das römische Bild Baden-Badens weiter klären. Im Laufe der Ausgrabungen werde sich zeigen, welche Bedeutung die römischen Mauern hatten. Am Ausgrabungsort könnte sich das Innungshaus der Zimmerleute, die in der Römerzeit für Flößerei und Brandschutz zuständig waren, befunden haben.